Ist Ihr Partner manchmal gereizt, aufbrausend oder merklich emotional erschöpft? Vielleicht ist ihm nicht bewusst, dass auch sein Wohlbefinden von hormonellen Veränderungen beeinflusst werden kann. Ja, auch Männer können unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden, das umgangssprachlich auch als „männliches PMS“ bekannt ist. Was ist PMS, wie äußert es sich und wie kann man damit umgehen? Erfahren Sie mehr im heutigen Artikel!
Was ist männliches PMS?
Der Begriff „PMS“ (prämenstruelles Syndrom) wird zwar üblicherweise für Frauen verwendet, Studien haben jedoch gezeigt, dass bis zu 25 % der Männer ähnliche emotionale und körperliche Symptome erleben können. Dieses Phänomen ist als männliches Hyperaktivitätssyndrom bekannt und steht in erster Linie mit schwankenden Testosteronspiegeln in Zusammenhang.
Testosteron und das Wohlbefinden von Männern
Anders als oft angenommen, ist es nicht ein Anstieg, sondern ein Abfall des Testosteronspiegels, der bei Männern Reizbarkeit, Aggression, Depressionen oder ein geringes Selbstwertgefühl verursachen kann. Schwankungen des Hormonspiegels hängen von vielen Faktoren ab – m.in. Jahreszeit, Stressniveau, Schlaf und Ernährung spielen eine Rolle. Auch saisonale Schwankungen des Testosteronspiegels wurden beobachtet, wobei es im Frühjahr häufig zu einem Abfall kommt.
Andere Hormone und männliches Verhalten
Neben Testosteron spielt auch Östrogen bei Männern eine Rolle. Ein erhöhter Östrogenspiegel kann zu gesteigerter emotionaler Sensibilität, Gewichtszunahme (insbesondere am Bauch) sowie verminderter Libido und Energie führen. Diese Symptome werden oft mit Faulheit oder Antriebslosigkeit verwechselt, können aber tatsächlich durch hormonelle Ungleichgewichte verursacht werden.
Wer ist am stärksten von PMS bei Männern betroffen?
Die männliche Hyperaktivitätsstörung kann Männer jeden Alters betreffen. Am häufigsten sind zwei Gruppen betroffen: junge Erwachsene (18–28 Jahre) und Männer mittleren Alters (40–55 Jahre). Interessanterweise können die Testosteronwerte junger Männer mehrmals täglich schwanken und erreichen typischerweise morgens ihren Höhepunkt.
Wie erkennt man PMS bei Männern?
Zu den Symptomen können Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, vermindertes Selbstwertgefühl, Antriebslosigkeit, Aggressivität oder Impulsivität gehören. Männer bringen diese Symptome oft nicht mit Hormonen in Verbindung, sondern machen stattdessen äußere Faktoren dafür verantwortlich (z. B. Arbeit, Beziehungen oder Müdigkeit).
Wie können Sie Ihren Partner in schwierigen Zeiten unterstützen?
Es ist wichtig, als Partner Verständnis zu zeigen. Offene Gespräche, Lob, Motivation zu körperlicher Aktivität und das gemeinsame Zubereiten gesunder Mahlzeiten können hilfreich sein. Es ist außerdem ratsam, dem Partner bewusst zu machen, dass seine Stimmungsschwankungen biologische Ursachen haben können – so vermeiden Sie, dass er sich selbst die Schuld an seinem Zustand gibt.
Was kann einem Mann helfen?
Eine Umstellung des Lebensstils kann Ihr Wohlbefinden deutlich verbessern: Regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressabbau sind dabei entscheidend. In manchen Fällen ist es auch ratsam, einen Endokrinologen oder Psychologen zu konsultieren.
Zusammenfassung
Auch wenn „männliches PMS“ zunächst wie ein Witz klingt, ist es ein ernstzunehmendes Problem, das Beziehungen und den Alltag beeinträchtigen kann. Ein besseres Verständnis der hormonellen Vorgänge bei Männern kann nicht nur die Kommunikation in einer Beziehung verbessern, sondern auch den Partner in emotional schwierigen Zeiten unterstützen.